Hausen, November 2013


Inhaltsverzeichnis

  1. Sinn und Umfang des Konzeptes
  2. Sozialpädagogische Grundsätze
  3. Eingewöhungszeit
  4. Entgegennehmen von Kindern und Abschied nehmen von Eltern
  5. Altersgemischte Kindergruppen
  6. Das Freispiel
  7. Gezielte Aktivitäten
  8. Kommunikation
  9. Essen und Trinken
  10. Körperbewusstsein, Pflege und Sauberkeitserziehung
  11. Schlafen und Ausruhen
  12. Rituale
  13. Erleben der Natur und Umgebung
  14. Zusammenarbeit mit Eltern
  15. Zusammenarbeit im Team

1 Sinn und Umfang des Konzeptes

Im vorliegenden pädagogischen Konzept werden Werte und Normen festgehalten, nach de- nen die Kinderkrippen Sonneschii Hausen (folgend KSH) und Birr (folgend KSB) die ihren an- vertrauten Kinder betreut. Es zeigt auf, wie die täglichen pädagogischen Arbeiten und die Ab- läufe in der Kinderbetreuung organisiert sind. Die Kinderkrippen sind ist eine familienergän- zende Betreuungsform, die grossen Wert legt auf eine gute Zusammenarbeit und gute Um- gangsformen zwischen Kind, Eltern und Betreuungspersonen. Die Kinder sollen sich wohl und geborgen fühlen in den Kinderkrippen. Das Konzept wird an sich verändernde Bedürfnisse und Begebenheiten angepasst.

2 Sozialpädagogische Grundsätze

„Kinder brauchen Kinder"
„Jedes Kind ist ein Individuum"
„Hilf mir es selbst zu tun" Gezielte Sinnesförderung

 


2.1 Selbstkompetenz

Auf die Förderung der verschiedenen Persönlichkeitsbereiche (emotionaler, volun- tativer, kognitiver, kreativer, ethisch-sozialer und motorischer Bereich) wird viel Wert gelegt. Das Kind wird den Fähigkeiten entsprechend in seiner Selbständigkeit gefördert.

2.2 Sozialkompetenz

Das Arbeiten in verschiedenen Sozialformen und durch die Interaktion altersge- mischten Gruppen, lernen die Kinder einen toleranten Umgang mit gleichaltrigen, älteren und jüngeren Kindern. Die Kinder lernen Konflikte untereinander lösen. Sie lernen Regeln und Grenzen kennen und akzeptieren.

2.3 Sachkompetenz

Die Kinder erlernen oder erweitern verschiedene Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die verschiedenen Wahrnehmungsbereiche werden gefördert. Regeln und Rituale sind Orientierungspunkte, die ihnen Sicherheit vermitteln. Der Spielraum Natur ist fest im Konzept enthalten und wird bewusst gepflegt.

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3 Eingewöhnungszeit

Im Eingewöhnungsprozess steht das Kind im Vordergrund. Diese besondere Zeit bildet das Fundament für den zukünftigen Krippenaufenthalt. Die Einbindung der Eltern ist wichtig, um dem Kind Vertrauen in die neue Umgebung zugeben und eine Beziehung zur Bezugsperson aufzubauen. Es wird darauf geachtet, dass immer die gleiche Bezugsperson die Eingewöh- nungszeit begleitet.

Der Abschied und das Wiedersehen werden bewusst durchlebt. Diese Übergänge können durch ein Ritual oder einen bekannten Gegenstand unterstützt werden. Durch diese Hand- lungen wird das Loslösen und die Öffnung gegenüber Neuem gelernt und das Vertrauen zu den Eltern gestärkt.

Der Eingewöhnungsprozess dauert ca. zwei Wochen und wird in regelmässigen Abständen durchgeführt. Die Eltern müssen in diesen zwei Wochen vorerst präsent sein. Später wird die Abwesenheit der Eltern ausgedehnt, damit das Kinde Vertrauen in die Bezugspersonen und die neue Umgebung aufzubauen kann.

4 Empfang der Kindern und Abschied nehmen von den Eltern

Die Kinder werden am Morgen im Eingangsbereich persönlich begrüsst und nach der Verab- schiedung der Eltern individuell in den Gruppenraum gebracht. Es kann vorkommen, dass ei- nige Kinder noch Trost und Zuneigung brauchen nach der Verabschiedung der Eltern.
Die Betreuungspersonen berichten den Eltern beim Abholen auf eigene Initiative über Be- sonderheiten des Kindes am Tage und beantworten Fragen. Jedes Kind wird von den Betreu- ungspersonen persönlich verabschiedet.

5 Altersgemischte Kindergruppe

Durch die Interaktionen der Kinder werden verschiedene Rollen geübt und das eigene Wirken in der Gruppe erlebt. Die verschiedenen Altersstufen wirken positiv auf das Kind. Dies berei- chert die Entwicklung ihres Sozialverhaltens. Die Betreuungspersonen beobachten die Kinder aufmerksam und nehmen die Bedürfnisse der Kinder wahr und im Alltag einzubinden.

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6 Das Freispiel

Das freie Spiel unterstützt die Kinder täglich in der selbständigen Entscheidungsfindung. Die Betreuungspersonen setzen Impulse und gestalten die Räume optimal. Es gibt immer Be- schäftigungsangebote wie Bilderbuchbetrachtung, Basteln, Malen, Singen etc. Die Kinder be- stimmen wo, womit, was, wann, wie lange, und mit wem sie spielen. Das Freispiel der Kinder ist sehr wichtig. Sie erleben Phantasie, Rollenspiel, Selbständigkeit, Freundschaft, Gefühle, Freiheit, Konflikte, Freude und verarbeiten Erlebtes. Spielen bedeutet lernen.

7 Gezielte Aktivitäten

Regelmässig finden themenorientierte Angebote statt.

7.1 Gemeinsame Aktivitäten

Das Miteinander steht im Vordergrund. Besonders durch Rituale, Spiele, Lieder, Ge- spräche, Reime, gemeinsames Basteln, Erzählen, Spaziergänge etc. werden alle Kin- der miteinbezogen.

7.2 Einzelförderung

Die Kinder werden mit speziellen Aufgaben betraut wie Wortschatzerweiterungen, das Erkennen von Farben, Formen, Tiere. Übungen wie Schneiden, Kleben etc.

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8Kommunikation

Ein Kind hat die Fähigkeit sich auszudrücken. Die altersgemässen Ausdrucksmöglichkeiten der Kinder zu erkennen und mit ihnen entsprechend zu kommunizieren, ist eine wichtige Arbeit der Betreuungspersonen. Dazu gehören sich der Sprachgeschwindigkeit des Kindes anpassen, Mimik und Gestik annehmen, sich auf die Ebene des Kindes begeben (Kopfhöhe), Sprech- freude spielerisch fördern und mit dem Kind stets freundlich bleiben.

9 Essen und Trinken

In den Kinderkrippen nehmen die Kinder Frühstück, Znüni, Mittagessen und Zvieri zu festen Uhrzeiten ein. Es wird Wasser oder ungesüsster Tee den Tag durch angeboten.

Die Mahlzeiten in der KSH und der KSB werden frisch und kindsgerecht durch die Betreu- ungspersonen oder ein Köchin zubereitet. Die Kinder werden soweit als möglich in das Zube- reiten der Mahlzeiten miteinbezogen, das macht den Kinder Spass und fördert den Appetit.

Die Kinder entscheiden, wie viel und was sie essen wollen. Die Betreuungspersonen unter- stützen die Kinder dabei ein normales einzuhalten und ermuntern die Kinder auch neues o- der ungewohntes auszuprobieren. Der Essraum ist kindgerecht gestaltet. Die Betreuungsper- sonen sind Vorbilder und essen gemeinsam mit den Kindern, beobachten und sind in Interak-

tion mit den Kindern. Jede Gruppe nimmt die Mahlzeiten für sich ein, um eine ruhige Tisch- gemeinschaft zu erleben.

In der Waldgruppe werden das Mittagessen und das Zvieri eingenommen. Gekocht wird auf offenem Feuer.

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Körperbewusstsein, Pflege und Sauberkeitserziehung

Die Pflege und der Umgang mit den Kindern ist von gegenseitigem Respekt geprägt. Die Kin- der werden sorgfältig und liebevoll betreut. Hautveränderungen - zum Beispiel verursacht durch das Tragen von Windeln - werden beobachtet und gepflegt.
Die Kinder werden immer nach Bedarf gewickelt, sicher jedoch vor dem Mittagessen, nach dem Mittagsschlaf und nach dem Zvieri. Vor dem Essen waschen sich die Kinder ihre Hände. Nach dem Mittagessen putzen sich alle Kinder die Zähne, die Betreuungspersonen putzen nach.

Der Beginn der Sauberkeitserziehung erfolgt in Absprache mit den Eltern. So kann dieser Lern- und Reifungsprozess auch zu Hause unterstützt werden.

11 Schlafen und Ausruhen

Ausreichender Schlaf ist eine wichtige Voraussetzung für die gesunde Entwicklung des Kin- des. Das Schlafbedürfnis ist individuell verschieden.

In der KSH und der KSB hat jedes Kind die Möglichkeit sich in seinem eigenen Rhythmus aus- zuruhen. dazu stehen Ruheräume und Matratzen zur Verfügung. Babys holen sich die Aus- ruhmöglichkeit unter Umständen mehrmals am Tag.

Ab ca. 1 ½ Jahren wird den Kinder ein Mittagsschlaf in einem Ruheraum angeboten. Die Be- treuungspersonen schaffen eine ruhige Atmosphäre. Die Kinder können eigene wichtige Ge- genstände wie Nuschi, Nuggi, Stofftier etc. als Einschlafhilfe mitnehmen. Eine Betreuungsper- son bleibt bei den Kindern und steht ihnen bei, wenn sie den Schlaf nicht finden können.
Nach ca. ½ Stunde geht die Betreuungsperson mit den Kindern, die noch nicht schlafen kön- nen nach draussen.

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12 Rituale

Rituale geben den Kindern Halt und schenken Geborgenheit. Sie fördern die Selbständigkeit. Durch Rituale werden Regeln und Grenzen gesetzt. Sie schaffen Ordnung, Orientierung und können Ängste abbauen.

Verschiedene Rituale finden im Krippenalltag statt wie z.B. Begrüssungsritual, Singkreis, Jah- resrituale etc.

13 Erleben der Natur und Umgebung

Aktivitäten im Freien finden im eigenen Garten oder in der Umgebung statt. Eine Waldgrup- pe einmal pro Woche für Kinder ab 3 Jahren ist fest verankert. Der Spielraum Natur fördert die Sinne der Kinder, gibt ihnen die Möglichkeit sich auszutoben und auf Entdeckungsreise zu gehen. Die Vielzahl der sinnlichen Wahrnehmungen ordnen zu können, gibt dem Kind Befrie- digung und Sicherheit und nicht zuletzt Freude am Erleben, Verstehen und Begreifen.

14 Zusammenarbeit mit Eltern

Für Eltern ist es wichtig, ihr Kind in guten Händen zu wissen, damit sie beruhigt ihrer Tätigkeit nachgehen können. Es wird ein offener Informationsaustausch gepflegt. Regelmässig erhal- ten die Eltern Auskunft über die Entwicklung und das Verhalten des Kindes.

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15 Zusammenarbeit im Team

Um die Ziele unseres Arbeitsauftrages erfolgreich zu gewährleisten, ist eine konstruktive Teamzusammenarbeit unumgänglich. Regelmässige Teamsitzungen zu pädagogischen, orga- nisatorischen und personellen Fragen finden statt. Entscheidungen und Ziele für die pädago- gische Arbeit werden im Team diskutiert und gemeinsam festgelegt. Alle Teammitglieder hal- ten sich an die mündlichen wie schriftlichen Abmachungen, an die vorgegeben Strukturen und das pädagogische Konzept.

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